Sächsische Bibliotheksgesellschaft

Aufruf zur Teilnahme an
DEMOKRATIE BRAUCHT RÜCKGRAT am 25. Oktober

Die Sächsische Bibliotheksgesellschaft (SäBiG) unterstützt die Bündnisse DEMOKRATIE BRAUCHT RÜCKGRAT und HERZ STATT HETZE. Sechs Jahre lang haben Rechtspopulisten und Rechtsextreme das PEGIDA-Forum genutzt, Menschen auszugrenzen, die Demokratie verächtlich zu machen, das weltweite Ansehen der Stadt nachhaltig zu schädigen.

Am sechsten Jahrestag von PEGIDA, dem 25. Oktober, setzen deshalb viele Initiativen und Parteien ein weiteres deutliches Zeichen für Weltoffenheit und für Demokratie.

Beteiligen Sie sich an DEMOKRATIE BRAUCHT RÜCKGRAT. Demonstrieren Sie durch Ihre Teilnahme, dass die Menschen in unserer Stadt

➢ für eine wertschätzende Debattenkultur stehen
➢ sich eine Stadtgesellschaft wünschen, die nicht ausgrenzt, sondern einbindet
➢ eine offene Gesellschaft als notwendig für Wohlstand und wirtschaftlichen Erfolg anerkennen
➢ sich für ein weltoffenes Dresden der Kunst, Kultur und Wissenschaft einsetzen
➢ mit bürgerlichem Gemeinsinn ein gesellschaftliches Miteinander anstreben.

Die Sächsische Bibliotheksgesellschaft e.V. engagiert sich überparteilich für Bibliotheken als Orte gesellschaftlichen Zusammenhalts und digitaler Bildung. Dabei maßt sich die SäBiG nicht an, für alle Bibliotheken zu sprechen. Sie will aber Bürgerinnen und Bürger sowie die Kommunen ermuntern, Bibliotheken als Orte der Vermittlung von Medienkompetenz und des Teilens von Wissen sowie als nicht-kommerzielle Begegnungsorte angesichts neuer gesellschaftlicher Herausforderungen stärker zu unterstützen. Bibliotheken sind neutral, fördern das Lesen, garantieren Informationsfreiheit, sie sind Orte gelebter Demokratie.

30 Jahre nach der friedlichen Revolution in der DDR wird das Motto „Wir sind das Volk“ durch PEGIDA missbraucht. „Was aber für ein Widerstand soll es sein“, fragt der Dresdner Stadtschreiber Kurt Drawert in seinem neuen Dresden-Buch, „im Begleitschutz der Polizei am gestohlenen symbolischen Montag einen Kreis um den Dresdener Altmarkt zu laufen, despektierliche Transparente zu schwenken, die im spontanen Exzess auch zum Mordaufruf werden, und Reden anzuhören, die in ihrer Wirklichkeitsverdrehung und falschen Zeichensetzung genau das tun, wogegen sie agitieren? Dieser Widerstand kostet nichts, riskiert nichts und bedarf keiner Energie außer der, die man für einen Spaziergang benötigt; er ist keiner.“

Die Mehrheit der Menschen aber will nicht Herabwürdigung und Wut, sondern Zusammenhalt und Gemeinsinn.

Beteiligen Sie sich am Sonntag, dem 25. Oktober, ab 13.30 Uhr auf dem Altmarkt an der Kundgebung «Demokratie braucht Rückgrat».

Thomas Bürger
Vorsitzender der SäBiG

 

Pegida und der Riss durch die Gesellschaft

Am 17. August 2020 hat sich die SäBiG an einer Demonstration gegen völkischen Nationalismus beteiligt. Während in Belarus Zehntausende mutig auf die Straßen gehen, um für Freiheit und gegen den Wahlbetrug des Diktators zu demonstrieren, nutzte Pegida-Sprecher Lutz Bachmann einmal mehr die demokratischen Freiheitsrechte, um die Demokratie selbst verächtlich zu machen. Auch wenn das Häuflein der Anhänger kleiner wird, so schafft es Pegida doch immer wieder, wenigstens viele Dresden-Besucher zu vertreiben und das Ansehen der Stadt zu schädigen.

Den Missbrauch der Sprache durch Populisten – auch bei PEGIDA-Veranstaltungen – zeigt Enno Stahl in seinem Buch „Die Sprache der neuen Rechten“ auf. Und Michael Kraske hat in seinem sehr gut lesbaren Buch „Der Riss“ nicht nur die Fehlentwicklungen analysiert, sondern bietet auch einige Lösungen: Zeigt mehr Rückgrat gegen Volks(ver)führer! Beide Bücher sind umsichtig und gut geschrieben, fair, kritisch und auch selbstkritisch. Sie sollten in allen Bibliotheken ausliegen und verdienen viele Leser.

 

    

Wie hat sich unsere Sprache in den letzten Jahren verändert? Hier zwei kluge Analysen.

 

Wie kann es sein, dass seit mehr als fünf Jahren vor der Frauenkirche, die für Frieden und Völkerverständigung wieder aufgebaut wurde, so hanebüchen und verächtlich über andere Menschen gehetzt wird? Ich persönlich kann gut verstehen, dass viele junge Leute mit Trillerpfeifen dagegen halten, um Hass, Häme und Dummschwätzerei wenigstens zu stören. Eine Lösung sind Lautstärke und Trillerpfeifen aber nicht. In einer Demokratie, die Konflikte friedlich löst, bleibt nur der mühsame Weg der Verständigung. Dieser funktioniert aber nur, wenn Grundrechte und Grundwerte anerkannt werden.

Die sächsischen Bibliotheken bieten eine Vielzahl von Angeboten für alle, die nicht nur gut unterhalten, sondern auch gut informiert sein wollen. Aich stehen die Bibliotheken als neutrale, den Grundrechten verpflichtete öffentliche Einrichtungen für fairen Streit offen. Natürlich auch für Diskussionen über die hier empfohlenen Bücher.

Thomas Bürger

 

 

Demokratie braucht Rückgrat – Eric Hattke spricht vor dem Kulturpalast

 

Unter dunklen Wolken, aber vor großer Kulisse: Pegida ohne Maske und Abstand. Corona ist nach Meinung von Populisten nur ein Betrug der Mächtigen…

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